Moderne Fahrgeschäfte erfordern moderne Technik. Im Folgenden soll auf die technische Umsetzung des Katapultstarts bei Desert Race und dessen technische Besonderheiten eingegangen werden.
Das Hauptproblem sämtlicher Katapultachterbahnen ist ihr Energiehunger. Sie brauchen zwar ähnlich viel Energie wie eine gleichschnelle Achterbahn mit einem herkömmlichen Kettenlift, sie brauchen diese Energiemenge jedoch in einem wesentlich kürzeren Zeitraum. Im Falle von Desert-Race beschränkt sich dieser Zeitraum gerade einmal auf 2,5 Sekunden, bei Goliath im niederländischen Walibi World hingegen auf xx Sekunden - und dort ist der Lift schon vergleichsweise schnell. Zwar wäre eine Beschleunigung in einem solch kurzen Zeitraum prinzipiell auch mit einem Elektromotor (oder technisch verwandten LIM-/LSM-Antrieben) möglich, aber einerseits wäre dieser exorbitant teuer und andererseits müssten die Zuleitungen einen Durchmesser von mehreren Zentimetern haben um nicht beim ersten Start zu schmelzen. Einen derartigen Netz-Anschluß würde sich der Energieversorger natürlich auch enstprechend bezahlen lassen. Aus diesen Gründen werden elektromagnetische Katapultstartsysteme heute vornehmlich bei leichten Zügen oder Einzelwagen verwendet, während man für die großen Achterbahnen Systeme entwickelte, die einen Energiespeicher besitzen, der über einen längeren Zeitraum aufgefüllt wird, und die Energie in einem kurzen Zeitraum wieder abgeben kann. Die ersten Katapultachterbahnen verwendeten dafür beispielsweise riesige Kontergewichte, die langsam emporgezogen und anschließend fallengelassen wurden und dabei den Zug über ein System von Stahlseilen und Umlenkrollen beschleunigten. Diese Systeme waren teilweise unzuverlässig, mit hohem Verschleiß verbunden, unflexibel oder mit anderen Nachteilen behaftet.
Bei Desert-Race kommt hingegen ein erstmals 2002 bei der Achterbahn Xcelerator verwendetes, vom Hersteller Intamin entwickeltes und patentiertes hydraulisches System zum Einsatz. Bis zum Sommer 2006 wurden 11 solcher Accelerator-Coaster (Bezeichnung des Herstellers) gebaut und 2007 wird es inklusive Desert Race mindestens zwei weitere geben.
Genug um den heissen Brei herumgeredet. Kommen wir nun zur Frage aller Fragen die vermutlich jeder beim Anklicken dieser Rubrik hatte und bisher noch unbeantwortet geblieben ist: "Wie funktioniert denn das?"
Zunächst eine stark vereinfachte schematische Skizze des Antriebs, die dem technisch versierten Leser wohlmöglich zum Verständnis ausreicht - für alle anderen folgt unter der Skizze die Erklärung.
Vereinfacht besteht ein Accelerator Coaster aus drei 3 Kreisläufen. Dem hier nicht dargestellten Schienenkreis auf dem der Zug fährt, ein Endlosstahlseil welches hilft die Kraft der Motoren auf den Zug zu übertragen und nicht zuletzt dem Hydraulikkreislauf mit dem zwischengeschalteten Energiespeicher. Dieser ist das Herzstück der Bahn und wird im Folgenden näher erläutert. Die Hydraulikflüssigkeit (Gelb) beginnt ihre Reise durch den Kreislauf im Reservoir, wo sie zwischen den Katapultstarts gesammelt wird. Von dort aus wird es mit Hilfe einer Pumpe in die Kolbenspeicher befördert. Diese bestehen aus zwei durch eine bewegliche Trennwand voneinander getrennte Kammern. Während die eine mit Stickstoff (Blau) gefüllt ist, wird die andere mit der Hydraulikflüssigkeit gefüllt. Da das Ventil geschlossene Ventil ein weiterfließen des Öls im Kreislauf verhindert, steigt durch die Pumpe allmählich der Druck. Da die Hydraulikflüssigkeit jedoch nur gering komprimierbar ist (sie läßt sich nicht "zusammendrücken") drückt sie beim steigendem Druck die Trennwände in den Kolbenspeichern immer weiter in Richtung Stickstoff, welcher sich wesentlich besser komprimieren läßt und wie eine Feder zusammengedrückt wird. Wenn in diesem System ein bestimmter Druck erreicht wird ist der Energiespeicher voll geladen. Zum Auslösen des Katapultstarts wird das Ventil geöffnet und die unter hohem Druck stehende Hydraulikflüssigkeit wird durch den sich wieder ausdehnen wollenden Stickstoff mit hoher Geschwindigkeit durch Leitung zum Hydromotor geführt, welcher eine riesige Seiltrommel antreibt. Diese wird mit der enormen Kraft des Hydrauliköls binnen Sekunden auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigt, und zieht dadurch über ein Zugseil am sogenannten Catchcar in das die Achterbahnwagen eingeklinkt sind. Wenn der Achterbahnwagen die gewünschte Geschwindigkeit erreicht hat, wird das Ventil geschlossen und die Seiltrommel und das Catchcar abgebremst. Bei diesem Bremsvorgang klingt sich der Achterbahnwagen aus dem Catchcar aus und fährt mit der hohen Geschwindigkeit weiter. Anschließend wird das Catchcar wieder in die Ausgangsstellung gefahren um nachdem die Kolbenspeicher wieder aufgeladen wurden den nächsten Zug zu beschleunigen. Leider ist der Vorgang hier stark vereinfacht dargestellt und in Wirklichkeit durch die vielen Sicherheitssysteme deutlich umfangreicher - in der Folge ist dieses System recht fehleranfällig und schon öfter durch mehrtägige Ausfälle aufgefallen. Hoffen wir das Desert Race von solchen verschont bleibt.